Architektur in Chemnitz
Überblick
vor Industriezeit bis 1800
Industrie- und Gründerzeit
Klassizismus 1800-1870
Industriebau 1800-1870
Industriebau 1871-1939
Historismus und Jugendstil
- öffentliches Bauen
- Schulen
- Villen
- Wohnungsbau
- Kirchenbau
Der Planung und Standards des Städtebaus waren zur Kaiserzeit auf bestem Wege. Neben erstaunlich vielen Schulen und Kirchen wurden bis zu Beginn des 1. Weltkrieges über 100 öffentliche Gebäude errichtet. Fast euphorisch mutet die Betriebsamkeit an, mit der Strukturen modelliert und durchgesetzt werden konnten.

Aufnahme um 1900 nach einer bei Körner & Lauterbach hergestellten Autotypie

Vom Konzert- u. Ballhaus "Stadt London" "Zum Hohenzollern". An der Straße der Nationen/ Elisenstraße gelegen, wurde das zweckdienliche Gebäude auch für Versammlungen umtriebiger Arbeiter wie August Bebel präsent, wurde als „Central-Lichtspiele" und Hörsaal der Technischen Hochschule bekannt. Im Vergleich mit frühen Aufnahme fällt auf:
Das Haus behielt seine schlichte Elegance, ist zur Zeit im Eckbereich Hotel.
1872/73 wurde der Hauptbahnhof errichtet. Rundbogenfenster im EG und die Fassadengliederung weisen deutlich klassizistische Bezüge auf.
Mit Umgestaltung des Vorplatzes wurde auch Fassade am Haupteingang farblich verändert, in der nun Grau dominiert.
1880 wurde in Chemnitz das Amt des Stadtbaurates geschaffen und mit dem aus Darmstadt kommenden Eduard Hechler besetzt. Neben wirtschaftlichen Anlagen wie dem Schlachthof und den Talsperren Einsiedel gehörten das Rathaus am Beckerplatz (1889, zerstört) und die Markthalle (1891) zu seinen wichtigsten Leistungen. Nachdem die Markthalle lange nur als Lager genutzt wurde, erfolgte 1994 die Sanierung unter Architekten Peter Waldvogel und 1995 die Wiedernutzung.
Central-Theater, (1902, 1945 zerstört). Das augenfällige Jugendstilgebäude an der Zwickauer Straße war kaum wegzudenken. Es bot als Operettenbühne 2000 Besuchern Platz und hatte einen guten Ruf.
Die Aufnahme von 1911 ist einer Festschrift zur Einweihung des Neuen Rathauses, Verlag von Robert Frieses Buchhandlung, entnommen.
Die Feuerwache Schadestraße (1906) galt als moderner Bau von hoher Funktionalität. Oft verändert, wurde er 1994 saniert. Übrigens gehört Chemnitz zu den wenigen Städten, die bereit um Mitte des 14. Jh. eine Feuerlösch- und Bauordnung verabschiedete. Eine Berufsfeuerwehr gibt es in Chemnitz seit 1866. 1916 wurde in Chemnitz die erste benzinautomobile Drehleiter der Welt in Betrieb genommen.
Seit 1989 stieg die Anzahl der erforderlichen Brandeinsätze um in einem Jahrzehnt auf mehr als das Dreifache.
Ein markantes Beispiel für den Neoklassizismus ist das Krematorium am Friedhof Reichenhainer Straße, 1906 vom später recht modernen Otto geschaffen (Museum Falkeplatz).
Das Ensemble König-Albert-Museum und Neues Theater (heutige Oper) wurden 1909 eingeweiht. Mit dem Neuen Rathaus zählten sie zu den wichtigsten Bauten von Richard Möbius. Das Museum ist in Formen der deutschen Neorenaissance gehalten.
Die Oper weist neobarocke Einflüsse auf. 1951 wurde das Opernhaus wiedereröffnet. Sein Inneres war bei den Bombenangriffen völlig zerstört worden. Beim Wiederaufbau wurde die Außengestaltung im wesentlichen beibehalten, im Inneren gestaltete man eine moderne Opernbühne.
Das Neue Rathaus wurde 1911 fertiggestellt. Es zeigt eine pittoreske Silhouette im Sinne der deutschen Neorenaissance. Fassaden und Innenräume wurden reichlich mit dekorativem und figürlichem Schmuck ausgestattet, unter anderem mit dem oft als Kunstwerk bezeichneten Gemälde "Arbeit - Wohlstand - Schönheit" von Max Klinger und mit einem sehr verspäteten ersten Roland.
Zu den wichtigsten Kunstwerken gehört angeblich das Gemälde "Arbeit - Wohlstand - Schönheit" von Max Klinger. Man sollte unbedingt darauf bestehen, es sehen zu wollen, weil es sich ja um öffentliche Kunst handelt. Warum? Stilistisch ist nichts auszusetzen: Die Form bedient den Inhalt. Aber welchen? Arbeit macht das Leben süß? oder gar frei? Einfach das Bild betrachten und Schlußfolgerungen ziehen. Was man nicht bei jedem zur Kunst deklarierten Werk versuchen sollte.
gründerzeitliche Schulen