eine alte Stadt ohne Altstadt

das alte Rathaus von ChemnitzVom mittelalterlichen vorindustriellen alten Chemnitz blieben nur spärliche Bauzeugnisse. Häufige Stadtbrände verschonten auch in Chemnitz keine Hütten, die nicht für die Ewigkeit gebaut waren, auch kaum Profanbauten. Zudem legten Bombardements 1945 die Stadt in Schutt und Asche. Damit wurden Menschen und viele vorwiegend nach 1850 errichtete Gebäude vernichtet.

Älteste bauliche Zeugnisse finden sich nur noch um den Schloßberg (spätgotischer Wabengiebel des ehem. Benediktinerklosters) und um den Markt (Altes Rathaus, Jakobikirche, Roter Turm).
der Rote Turm, letzter Rest Neben der Schlosskirche ist auch ein öffentliches Lapidarium, in dem Fragmente einstiger Chemnitzer Gebäude bewahrt und erläutert werden. Über ähnliche Umwege blieb wohl auch das Lukretiator erhalten und rückt Rathaus sichtbar, rückt allerdings selten so bestechend ins Bewußtsein.
In Chemnitz setzte die industrielle Revolution relativ früh ein. Bei Anstieg der Bevölkerung und somit steigendem Badarf an Wohnraum kletterten auch die Baugrundpreise. Eine profitorientierte Neuordnung mit Aufstockung der Geschosszahlen war die Konsequenz.
Einkaufen am Alten Stadttor, an der Fassade sieht man noch wasDer Weg für eine moderne Industriestadt mit karreeförmig geschlossenen Arbeitervierteln und beneidenswerten Villenarealen war baulich zu ebnen. So wurde im 19. Jh. fast die gesamte überkommene Bausubstanz ersetzt und schon 1806 die Stadtmauer zügig geschleift. Nur der Rote Turm blieb davon erhalten und Erinnerungen wie an einer Außenwand "Am Alten Stadttor". Das spätgotische Gewandhaus am Markt musste 1828 weichen.

Heute ist Chemnitz eine Stadt mit einem futuristisch angehauchtem Zentrum, mit verwachsenden Stilbrüchen, transparenten Schmuseecken, zentrumnahen Wohnvierteln der Gründerzeit und markanten Industriedenkmälern.

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