Architektur in Chemnitz
Überblick
vor Industriezeit bis 1800
Weimarer Rep. 1919-1933
- Neoklassizismus
- Expressionismus
- Neues Bauen
- Wohnungsbau
Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Sächsischen Maschinenfabrik, vormals Richard Hartmann (Hartmannstraße 24) wurde 1897 von Architekt Stäber erbaut; 1922 durch Mitteltrakt und linken Flügel ergänzt, dadurch neobarocker Eindruck; an der Fassade Symbole des Produktionsprofils - Fliehkraftregler, drehgeflügeltes Rad, Spindel und Zahnrad; allegorische Figuren am Eingangsportal von Bruno Ziegler. Gediegene Eingangstür, speziell von der Innenseite. Ausweis nicht vergessen.
Der Neoklassizismus zeigte sich in der Nachkriegskrise vor allem im Industrie- und Bankenbau.
Das Tietzkaufhaus mit seiner Elbsandsein-Fassade 1912 nach französischem Vorbild erbaut, erhielt seinen Anbau Wiesenstraße 1926/27 ebenfalls unter Basarke.
Der Flughafen wurde 1926 eingeweiht. Das etwas düstere Ikarus-Gebäude passte nicht recht zu den luftigen Ambitionen einer modernen Industriestadt. Etwas Kühnheit wäre angemessen gewesen, was nun im derzeitigen Kontext zu Plattenwohnbauten noch deutlicher wird. Die Siedlung "Am Flughafen" hat einige Häuser der Art Déco.
1922/24 entstand das Gebäude der Dresdner Bank (jetzt Sparkasse) am Johannisplatz (Beckerplatz, Stalinplatz), von Heinrich Straumer entworfen und solide ausgeführt. Figuren zwischen den Fenstern auf dem durchgehenden Gesims von dem Berliner Prof. Schmidt und dem Dresdener Bildhaues Karl Abiker sollen unter anderem Handel, Gewerbe, Fruchtbarkeit und Arbeit symbolisieren. Hellgrünlicher Chloritschiefer der Außenwände macht das Gebäude zum unikaten Schatzkästl.
Die aktuellen Strömungen wurden hierbei beachtet, aber nicht dogmatisiert: dezent klassizistische Gliederung, von Rationalisten verschmähes Walmdach im Dienste der Formharmonie, Eingang Art déco angedeutet. Saniert 1996

Ebenfalls von Straumer stammt das Hotel Chemnitzer Hof (1930/31) am Theaterplatz, das bei aller Sachlichkeit und Nähe zum Bauhaus doch eine streng klassizistische Gliederung bewahrt
1994 wurde das Hotel erneuert und betrieben durch "Günneweg".