Architektur in Chemnitz
Überblick
vor Industriezeit bis 1800
Weimarer Rep. 1919-1933
- Neoklassizismus
- Expressionismus
- Neues Bauen
- Wohnungsbau
Das rationalistisch ausgerichtete (Dresdner/ Glockenstraße) 1926 unter den Hamburger Architekten Hans und Oskar Gerson. Der "hanseatische" Backsteinbau zeigt klarer kubische Form bei völligem Verzicht auf dekorative Elemente.
Dem Beispiel folgten schnell einheimische Architekten, so Stadtbaurat Fred Otto 1927 mit dem Verwaltungsgebäude der Wasserwerke an der Theresenstraße.
1930 wurde das Realgymnasium (DDR: Karl-Marx-Oberschule, kürzer KMOS) eingeweiht. Es hat eine kleine Sternwarte.
Landesgericht Chemnitz Hohe Straße 19 und 23
Die bedeutendsten Werke Ottos sind die Sparkasse (1930, seit 2004 Museum) am Falkeplatz, und das Stadtbad.
Für das Stadtbad war 1927 Baubeginn. Es wurde wegen der Weltwirtschaftskrise erst 1935 unter Stadtbaurat Fred Otto vollendet.
Auch Wagner-Poltrock entwickelte sich schnell zu einem modernen Architekten. Zeugnisse dafür sind das Eltwerk am Getreidemarkt (1929) und die Diesterwegschule in Gablenz.
Radikalster Vertreter des rationalistischen Bauens war Max W. Feistel. Sein eigenes Wohnhaus auf dem Schloßberg war 1928 ein Versuch zur Industrialisierung des Bauens, dem Stahlskelett wurden Plattenverkleidungen aufgeschraubt. Konsequent modern gestaltet ist auch sein Wohnblock an der Hoffmannstraße mit großen Etagenwohnungen, der ebenfalls 1928 entstand.
Das ehemalige Hauboldhaus an der Hoffmannstraße verkam schon fast zur Trümmerwüste 4/2004. Seit Ende 2006 darf man wieder einen Blick auf die einst so raren und wieder schönen Balkone im Hof werfen und sich an der schlichten Anmut der Architektur erfreuen.
Ein bemerkenswertes Zeugnis der sachlichen Bauweise ist auch das AOK-Gebäude (1930/31) Müllerstraße 41. Der Chemnitzer Curt am Ende hat dabei erstmals die Fassade großflächig mit Porphyr verkleidet.
Den Garagenhof Ernst Wiesel haben Hans Schindler und das Büro Luderer & Schröder entworfen. Es war die erste derartige Anlage in Sachsen.
Cinestar, Hartmannstraße 9-11 1929 auf dem Gelände einer Maschinenfabrik und Färberei durch die Architekten Rümmler und Mehnert als Kino Luxur-Palast errichte, weist sachlich funktionale Gesamtgestaltung unter Verwendung von Art-deco-Elementen auf. 1996 wurde der komplexe Um- und Neubau des CineStar zu einem der größten und modernsten Kinocenter Sachsens beendet.